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14.11.

Online-Netzwerk

Facebook macht nicht glücklicher

Sind Nutzer von sozialen Netzwerken generell zufriedener als Facebook-Muffel? Eine US-Studie hatte vor einigen Jahren diesen Zusammenhang vermuten lassen. Jetzt sind Schweizer Forscher zu einer anderen Einschätzung gekommen – und haben dabei Interessantes über den Berufserfolg der Untersuchten ermittelt.

HB DÜSSELDORF. 300 Millionen Menschen sind aktuell auf Facebook registriert, rund 30 Millionen von ihnen stellen täglich Botschaften ins Netz. Grund genug für Anett Cepela und Bertolt Meyer von der Universität Zürich, die Lebenswirklichkeit dieser Gruppe einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Zu hinterfragen war unter anderem eine Studie der Michigan State University aus dem Jahr 2007, die Nutzern von Online-Netzwerken bescheinigte, zufriedener und glücklicher zu sein als Menschen, die nicht in derartige Strukturen eingebunden sind.

Cepela und Meyer befragten insgesamt 1000 Personen – und kamen dabei zu durchaus anderen Ergebnissen als ihre US-Kollegen. "Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern unterscheidet sich leicht zugunsten der Nicht-Nutzer", so Meyer. Teilnehmer ganz ohne Facebook-Profil zeigten sich insgesamt zufriedener als die in Netzwerken registrierten, zudem hatten sie eine signifikant höhere psychische Gesundheit.

Einen weiteren bemerkenswerten Unterschied ermittelten die Wissenschaftler in Bezug auf den beruflichen Erfolg der Teilnehmer. "Menschen, die nicht in sozialen Netzwerken sind, sind gewissenhafter", erläutert Meyer die Ergebnisse. Und sie haben in der Regel mehr Berufserfolg.

Allerdings beruhen die Ergebnisse für die Nicht-Nutzer auf einer relativ kleinen Datenbasis: Nur 62 der Befragten hatten gar kein Profil auf einem sozialen Netzwerk, 46 weitere waren zwar nicht bei Facebook, dafür aber bei einem anderen Netzwerk registriert. Weitere Untersuchungen sollen die Datenbasis hier verbreitern.

In einem anderen Punkt lieferte die Untersuchung durchaus zuverlässige Daten. "Berücksichtigt man die Extraversion als Personlichkeitseigenschaft", so Meyer, "zeigt sich, dass Menschen, die extrovertiert sind, mehr auf Facebook unterwegs sind." Und sie seien dabei sehr zufrieden, betont der Forscher. Das allerdings dürfte weniger an Facebook als an der Extrovertiertheit der Nutzer selbst liegen. Im Klartext: Gäbe es Facebook nicht, würden diese Menschen andere Formen der Kommunikation finden – und damit ebenfalls zufrieden sein.

Facebook allein, so Meyers Fazit, macht nicht glücklich – es kommt letztlich immer auf die Persönlichkeit an.

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